Motorrad Weltreise - die grosse Freiheit mit 110cc durch Indien


 
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Mit zwei eigenen Fahrzeugen waren wir wirklich luxuriös, ja schon fast dekadent unterwegs. Die meisten Leute können sich sowas nicht leisten sondern nehmen meist den Pickup oder springen auf einen LKW auf.
 
Reise durch Indien mit 125 ccm
Echte Nomaden, die das wenige Geld für ihren Lebensunterhalt als Erntehelfer verdienen, ziehen mit ihren Ochsenkarren umher.
 
Reise durch Indien mit 125 ccm
Als zwischenziel wollten wir die Dudhsagar-Wasserfällen 15°18'51.93 74°18'51.51 besuchen. Unsere GPS Koordinaten gibt es gesammelt hier.
 
Reise durch Indien mit 125 ccm
Leider liess man uns jedoch nicht durch. Statt dessen wollte man uns eine Jeap Tour für 400R verkaufen.
 
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Das wollten wir jedoch nicht. So fuhren wir zu den Höhlentempeln GPS 15°54'59.92 75°41'27.60 und langsam weiter nach Osten. Die Betonung liegt auf langsam, da unterwegs immer wieder unerwartete Highlights auftauchten oder wir von überraschend freundlichen Menschen zum Verweilen eingeladen wurden.
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Reise durch Indien mit 125 ccm
Wir lernten, dass die meisten Gebäude, die sich mit grossem Schild als Hotel bezeichnen, innen keine Betten sondern maximal ein winziges Restaurant hatten, das Omlet oder Reis an bot.
 
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Mehr brauchen wir vom Überflüss verwöhnte Europäer aber auch nicht.
 
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Die meisten Menschen hier schlafen einfach auf dem Boden.
 
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Kühe schlafen selbst auf den belebtesten Kreuzungen und wilde Hunde meist im Abfallkontainern, falls es solche gibt.
 
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Immer wieder kamen wir an verschiedensten Tempeln vorbei.
 
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Schliesslich erreichten wir den berühmtesten: Hampe GPS 15°19'57.71 76°27'36.58.
 
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Schon von weitem fragte man uns, ob wir denn wie die meisten Touristen ein Hotelzimmer möchten.
 
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Wir lehnten diese immer wieder gleiche Frage dankend ab.
 
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Direkt vor Ort gab es einen grossen Platz, an dem Reisebusse hielten.
 
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Wie überall so gab es auch hier lecker Essen und viele wilde Affen die immer wieder versuchten, sich etwas zu stibizen.
 
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Zu unserem grossen Erstaunen wurde für Hampi kein Eintritt erhoben. Man muss beim betreten lediglich die Schuhe ausziehen.
 
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Die meisten der anwesenden Pilger und Touristen kamen aus Indien selber, teilweise um ihr neues Motorrad zu segnen. Man sah nur selten weisse Gesichter.
 
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An so touristischen Orten wird man als Weisser wie ein Bankautomat behandelt.
 
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Jeder möchte das Maximale aus einem heraus holen.
 
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Während man uns sonst immer die normalen Preise angeboten hat, verfielfachte sich hier alles.
 
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Hatte eine einheimische Frau vor uns gerade 12 Bananen für 40 Rupien bekommen, wollte man von uns 500 oder bettelte für Geld ganz ohne Gegenleistung.
 
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Unabhängig vom Preis mag ich solche Ungleichbehandlung gar nicht.
 
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Trotzdem bewunderten wir den alten Tempel, der als Weltkulturerbe natürlich selbst von Kühen betreten darf, und die 1000 Ruienen rings herum.
 
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Ein wirklich lohnendes Ziel, bevor wir unsere Motorradreise nach Süden fortsetzten.
 
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Beim vorbei fahren sah ich aus den Augenwinkeln eine Ziegelfabrik.
 
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Da Jasmin noch nie gesehen hatte, wie Menschen mit Lehm und einer einfachen Form von Hand Ziegelsteine herstellten und diese dann geschichtet in einem Ofen brannten, legten wir natürlich auch hier eine Pause ein.
 
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Das Hallo war riesig. Vermutlich waren wir die ersten Touristen, die diesen Ort mit einem Besuch beehrten.
 
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Die fleissigen Arbeiter führten uns herum und zeigten uns auch ihre Hüttchen.
 
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Der Lohn für körperliche Arbeit in der heissen Sonne liegt hier bei ca 150 Rupien also gerade einmal 2 Euro pro Tag.
 
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Trotzdem waren die Leute fröhlich und stolz darauf, uns etwas zeigen zu können.
 
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In der nächsten grossen Stadt verursachten wir wieder einen grossen Menschenauflauf, als wir anhielten um Mandarinen zu kaufen.
 
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Es wurden schnell immer mehr Menschen, die uns dabei zu sahen.
 
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Leider hat die Anonymität einer grossen Stadt auch schlechte Seiten.
 
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So war plötzlich Jasmins Sonnenbrille, die sie gegen den Fahrtwind verwendete, verschwunden.
 
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Trotzdem fragten uns Leute nach Geld. Zeit hier ab zu hauen.
 
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Wie bahnten uns mit sanfter Gewalt einen Weg durch das Gedränge. Weg hier.
 
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Dagegen kann man die wenigen Menschen in einem kleinen Dörfchen ganz gut handeln.
 
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Ein kleiner Junge bot uns eine Kokosnuss an, während die Eltern das Feld mit zwei Ochsen und einem Pflug aus Holz bestellten. Kinderarbeit ist hier selbstverständlich.
 
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Etwas abseits neben einem Reisfeld fanden wir wieder ein schönes Plätzchen zum zelten.
 
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Jasmin ist krank und hat Halsschmerzen, Schnupfen und Kopfschmerzen. Unser mitgebrachtes Parazetamol schlug nicht an.
 
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Während einen die Leute in Deutschland lieber verrecken lassen, erhielten wir an der nächsten Apotheke am nächsten Tag alles was wir wollten wie zum Beispiel Vermox gegen Würmer auch ohne Rezept.
 
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Dem Apotheker genügte ein Blick auf die arme Jasmin. Sie war zuvor noch nie im Ausland und daher tropische Erreger nicht gewohnt.
 
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Für 40 Rupien verkaufte er uns 3 mal 6 Tabletten, von denen sie alle 4 Stunden eine nehmen sollte. Wozu braucht man da noch eine Versicherung?
 
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Am nächsten Tag war Jasmin schon fast wieder gesund und wir konnten unsere Reise durch das West Ghates Unesco Weltkulturerbe Gebirge fortsetzen.
 
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Zu den Hebbe Wasserfällen GPS 13°32'28.66 75°43'29.98 hätten wir 7 km wandern müssen. Dazu war Jasmin jedoch noch zu schwach.
 
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Statt dessen fuhren wir zu den Kalhatti Wasserfällen kurz davor.
 
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Für 20R Eintritt konnten wir hier einen Tempel besichtigen und wie die Einheimischen in seinen Fluten duschen.
 
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Lediglich auf unsere Sachen mussten wir acht geben. Wilde Affen versuchten auch hier immer wieder, sie zu stehlen.
 
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Auf dem Rückweg sahen wir Schmiede, die direkt an der Strasse Klingen schmiedeten und verkauften. Toll.
 
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Vorbei am Maysore Palast GPS 12°18'18.63 76°39.18.58 führte eine nagelneue und daher Höchstgeschwindigkeitstaugliche Schnellstrasse.
 
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Mit 80 Sachen brausten wir entlang. Wir waren neben vielen Ochsenkarren, die Zuckerrohr zur Fabrik brachten, die schnellsten Fahrzeuge.
 
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Plötzlich versuchte jemand mit winken, mich an zu halten. Vermutlich wieder ein aufdringlicher Händler.
 
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Ich ignorierte ihn und fuhr weiter. Später erzählte mir Jasmin, dass es ein Polizist gewesen ist. Sorry ;-)
 
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Wegen dem guten Zustand der Strasse schafften wir heute mit Pausen zum auftragen von Sonnencreme und lecker futtern sagenhafte 268 km.
 
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Dann erreichten wir den 20 km langen Jungle Nationalpark Mudumalai GPS 11°33'07.34 76°33'16.73.
 
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Auch hier wurde überraschenderweise kein Eintritt verlangt.
 
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Statt dessen standen überall Schilder, man dürfe nicht anhalten und keine Fotos machen.
 
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Na wie man mit Schildern in Indien umgeht hatten wir ja bereits gelernt.
 
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Schon nach wenigen Kilometern meinte ich, etwas im Busch gesehen zu haben.
 
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Also Jasmin einholen, umdrehen und wieder zurück und tatsächlich: Dort standen zwei Elefanten mit einem Jungen.
 
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Ich finde es immer wieder faszinierend, wie gut sich selbst grosse Tiere wie Elefanten an ihre Umgebung anpassen und dadurch verstecken können.
 
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Wir warteten eine weile. Immer wieder fuhren andere Touristen an uns vorbei.
 
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Schon nach kurzer Zeit machten sich die Elefanten tatsächlich auf den Weg zur Strasse.
 
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Wir genossen dieses Naturschauspiel. Bisher hatte jeder Tag für uns tolle Überraschungen bereit. Wir lieben Indien!
 
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Nach den Elefanten sahen wir viele Rehe, einen muskulösen Büffel, einen Pfau und natürlich viele wilde Affen und Wildschweine.
 
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Mitten im Park gibt es einige Hotels und die Möglichkeit, auf Elefanen zu reiten.
 
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Wir hatten jedoch andere Gedanken. Der Reifen von Jasmins Roller hat schon beim mieten etwas platt ausgesehen. Nun fuhr sie jedoch plötzlich fast nur noch auf der Felge. Schnell verliessen wir den Park.
 
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An einer der vielen Reifenbuden am Strassenrand fanden wir die Ursache: Der Stopfen, mit dem der schlauchlose Reifen schon einmal geflickt worden war, war undicht geworden.
 
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Kein Problem. Für 100 Rupien also 1,50 Euro wurde der Reifen erneut geflickt. Später zogen wir für 200R einen gebrauchten Schlauch ein.
 
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Da es hier in Equatornähe recht schnell dunkel wird, schlugen unser Zelt am Zaun um den Park versteckt im Dickicht auf.
 
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Am nächsten Morgen fuhren wir erneut auf Safari und bewunderten die Tierwelt hier.
 
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Dann ging es in die Berge, auf dem Weg zum höchsten Pass der Gegend, dem 2620m hohen Berg Doddabetta GPS 11°24'02.99 76°44'08.55.
 
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Die Strasse war der Hammer. Über tausende sehr schmale Windungen ging es immer weiter hinauf. Ständig Vollgas.
 
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Selten hat eine Strasse so viel Spass gemacht. Immer wieder erinnerten Schilder daran vor Kurven zu hupen und so kurveschneidende LKW zu warnen.
 
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Oben muss man 5R Eintritt zahlen. Uns erwarteten uns zahlreiche Schwarzteeplantagen und Reisebusse voll indische Touristen. Der höchste Berg eben.
 
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Wir sollten man wieder Tanken! Jasmin sah mich verwundert an. Ihr Roller war noch halb voll, meiner leer.
 
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Ob es am ständigen Vollgas fahren in den Bergen und meinem grösseren Gewicht lag?
 
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Ausserdem roch mein Roller immer wieder stark nach Sprit.
 
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was ich anfänglich auf den Fehler des Tankwarts geschoben hatte, der einiges an Benzin verschüttet hatte, schien eine andere Ursache zu haben.
 
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Ich legte mich unter den Roller. Es tropfte nichts.
 
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Allerdings roch es wieder stark nach Sprit, wenn man ihn wackelte.
 
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Mit dem Bordwerkzeug löste ich 3 Schrauben unter der Sitzbank im Helmfach.
 
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Dann konnte ich die gesamte Sitzbank zusammen mit der Blechverkleidung hoch klappen. Eine Blechverkleidung ist qualitativ viel hochwertiger als die Plastikroller, die in Europa verkauft werden.
 
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Hier hatten die Ingeneure von Honda mit gedacht. Sowas gibt es bei anderen Herstellern selten.
 
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Schnell war der Fehler gefunden. Als ich am Benzinschlauch wackelte, schoss ein Strahl der kostbaren Flüssigkeit heraus.
 
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Das Teil, dass auf indischen Schlaglochpisten während der Fahrt in den letzten 8 Jahren pro Minute hundert mal hin und her gewackelt wurde, war undicht geworden.
 
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Ich knickte den Schlauch, zog ihn ab und schnitt den defekten Anfang ab.
 
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Dann steckte ich ihn wieder auf und fixierte ihn mit einem mitgebrachten Kabelbinder. Fertig.
 
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Die Landschaft auf unserem Weg Richtung Norden wurde immer dichter bewachsen. Wir kamen in einen echten Jungle.
 
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Rechts und links am Wegrand entdeckte ich Kaffeebüsche zwischen Bananenstauden und Kokospalmen.
 
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Mit der Erlaubnis der Besitzerin schlugen wir unser Zelt auf dem Fundament ihres neuen Hauses auf.
 
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Dann führte sie uns durch ihr Grundstück und zeigte uns Pfefferranken mit vielen grönen Kügelchen, die an den Stämmen der Kokospalmen hinauf ranken.
 
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Wir sind wirklich dort, wo der Pfeffer wächst :-)
 
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Nebenher zeigte sie und noch viele andere Früchte, die wir nie zuvor gesehen und deren Namen wie gleich wieder vergessen haben.
 
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Hier lebt man jedoch wirklich im Paradies. Es ist immer warm und das Essen wächst einem quasi durchs Fenster ins Haus.
 
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Lediglich eine Bitte hatte sie: Ob sie unsere Ankunft bei der Polizei melden dürfe? Das sei vorgeschrieben.
 
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Notgedrungen willigten wir ein.
 
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Bei Einbruch der Dunkelheit erschien ein Geländewagen auf dem Grundstück. 8 bewaffnete Polizisten sprangen heraus und forderten uns auf in ein Hotel zu fahren.
 
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Es sei hier zu gefährlich. Nach dem mörderischen Strassenverkehr soll es bei diesen freundlichen Leuten zu gefährlich sein? So ein Quatsch aber was will man gegen die Polizei machen?
 
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Da intelligente Menschen in die freie Wirtschaft gehen, war eine Diskusion sinnlos. Die Idioten sassen am längeren Hebel. Wir packten unsere Sachen und schlugen unser Zelt wenige Kilometer weiter wieder versteckt in einem menschenleeren Nationalpark auf, den ich als grüne Fläche im Navi gefunden habe. Weiter gehts auf der nächsten Seite.
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