Motorrad kaufen in Vietnam - Eine Reise durchs Paradies


 
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Good Morning Vietnam! Nach langer Vorbereitungszeit waren wir tatsächlich da. Rechtzeitig bevor sich der Winter in Europa ankündigte, hatten wir fleissig Flüge verglichen und schliesslich für 285 Euro pro Personen return bei Air China gebucht. Diese sind nach dem grossen TET Neujahrsfest nach dem Mondkalender im Februar günstiger.
 
Für die Umwelt ist es besser, wenn man im Winter in ein warmes Land fliegt, statt mit 1500 Litern Heizöl (=Diesel) ein Haus im kalten Deutschland zu beheizen und günstiger ist es sowieso. Ölheizungen machen laut Umweltbundesamt immerhin 10,8% des CO2 Ausstosses aus, das böse Fliegen dagegen nur 2%. CO2 Kompensationsprogramme durch Aufpreise funktionieren dagegen in der Praxis nicht siehe 3Sat Nano vom 03.06.2019. Solange das weitere produzieren von Kindern in Zeiten von Klimawandel durch stark wachsende Überbevölkerung nicht hart bestraft wird, brauchen wir gar nicht über Umweltschutz reden. Wenn dann müsste man die Ursache und nicht die Symptome bekämpfen. Ein Kind weniger spart pro Jahr 58.6 Tonnen CO2 siehe 3Sat Nano vom 10.04.2019. 20 BMW schädigen das Klima weniger als ein Baby.
 
Die staatliche chinesische Fluggesellschaft hatte gegenüber den Europäischen Fluggesellschaften den entscheidenden Vorteil, dass sie nicht bestreikt werden und nicht pleite gehen, wie aktuell gleich zwei Fluggesellschaften in Europa, dachte ich. Kurz darauf wurde der Flughafen in Hong Kong wegen Protesten gegen Polizeigewalt geschlossen siehe ARD Tagesthemen 12.08.2019. Polizeigewalt ist überall auf der Welt ein Problem.
 
Motorradreise durch Vietnam
Wärend unseres 12 Stündigen Aufenthalts in Peking, dem Drehkreuz der asiatischen Fluggesellschaft hatten wir jedoch die Gelegenheit, das chinesische 1 Parteien Diktatursystem auch von seiner grausamen Seite kennen zu lernen. Als wir aus Deutschland, einem der spiessigsten Länder mit den höchsten Sicherheitsvorschriften Welt weit in Peking ankamen, mussten wir erst einmal durch eine Sicherheitskontrolle. Das Personal war so unglaublich unfreundlich wie ich es noch an keinem Flughafen zuvor erlebt hatte.
Ein junger Bursche schnauzte einen schick gekleiteten Geschäftsman vor uns, der bereits alles andere abgelegt hatte an, er müsse seinen Gürtel ausziehen. Millitärischer Drill pur...von Intelligenz oder emotionalem Einfühlungsvermögen keine Spur. Dienst nach Vorschrift.
 
Motorradreise durch Vietnam
Auch dem jungen Burschen am 72 hour China Visa Schalter hatte man sein Hirn so oft gewaschen, bis keinerlei Emotionen oder Intelligenz mehr zurück blieben. Chinesische Beamte reagieren wie Roboter. "What this?" Ein Stempel. Ja ich war als Reisender schon in vielen Ländern und hatte daher zahlreiche Stempel in meinem Pass. "What this?" Einer der Stempel in meinem Pass hatte eine noch schlechtere Qualität als die meisten chinesischen Produkte. Es war kaum zu erkennen aus welchem Land er stammte. Irgend ein Neanderthaler hatte ihn genau in die Mitte geknallt und damit eine ganze wertvolle Seite meines Passes vergeudet, obwohl es noch genügend andere freie Ecken gegeben hätte. Ich tippte auf Idioten aus dem Senegal. Gerade Beamten in Afrika mangelte es stehts gewaltig an Intelligenz, während die Stempel aus Südamerika meist recht Platz sparend positioniert waren. Der Chinesische Beamte rief Verstärkung, öffnete eine Datenbank und verglich den unleserlichen Stempel in meinem Pass vermutlich mit irgend welchen Fotos. Letztendlich stellte sich heraus, dass irgend welche Affen aus Südafrika ihre unrühmlichen Spuren prominent mitten auf einer wertvollen neuen Seite irgendwo in der Mitte meines Reisepasses hinterlassen hatten.
 
Motorradreise durch Vietnam
Die Einreise nach China dauerte so fast eine Stunde. Damit es bei der Ausreise nicht wieder zu Problemen kommt, klebte ich mein Kofferlabel mit Barcode über den unleserlichen Stempel in meinem Pass. 5 mal wurde unsere Board Karte gescannt und zwei mal unsere 10 Fingerabdrücke genommen. Es schien als habe niemand einen Plan. Es wurde einfach dumm Dienst nach Vorschrift gemacht. Bei der Anreise über Land wird sogar ohne zu fragen eine Spionageapp mit Rootzugroff auf das Smartphone installiert. Zitat: "Unter dem Vorwand der Tourismusbekämpfung werden immer wieder Menschen eingesperrt" siehe auch 3Sat Nano vom 03.07.2019. Inzwischen warnt sogar der Verfassungsschutz.
 
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Natürlich funktionierte das Abnehmen der Fingerabdrücke auf den Geräten made in China nicht richtig, so dass es dafür jedes Mal zahlreiche Versuche brauchte. Hoffentlich funktioniert die Gesichtserkennung genau so schlecht. Im gesamten Flughafen wurden wir überall mindestens von 7 Kameras gleichzeitig überwacht. Eine solche Dichte an Überwachungskameras hatte ich noch nie gesehen. Wer sich in China nicht wie von der Regierung vorgegeben verhällt, wird durch künstliche Intelligenz KI per Gesichtserkennung erkannt und bekommt zum Beispiel keine Kredite mehr, darf keine Wohnung kaufen oder kein Auto siehe ZDF Zeit "UNANTASTBAR - Der Kampf für Menschenrechte" vom 15.12.2018. Selbst wer den Müll nicht korrekt trennt wird überwacht, öffentlich angeprangert und bestraft. 30.000 Inspektoren wurden dafür bereit gestellt. Hinterher wird dann vermutlich wie bei uns wieder alles zusammen gekippt und zur Stromerzeugung verbrannt siehe ARD Tagesthemen vom 21.07.2019. Auch das Kratzen am Kopf wird vom Computer als Telefonieren am Steuer erkannt und hart bestraft. Sehr einschüchternd. Dabei würde ich mir auch freiwillig nie ein autonom fahrendes Fahrzeug kaufen wollen. Ich fahre ja auch nie Bus. Wärend der ganzen Zeit schauten mich die Beamten nicht ein einziges mal direkt an (mein Bild war auch auf ihrem Monitor) und keiner lächelte auch nur ein einziges Mal. Gespenstisch.
 
Motorradreise durch Vietnam
Franzi hatte ihren 72 Stunden Einreisestempel innerhalb von 10 Minuten in ihrem leeren Pass und wartete am Ausgang auf mich. Wir hatten unsere Wasserflasche nach dem Flug am Trinkwasserspender des Flughafens gefüllt. Nun mussten wir nochmal durch eine Sicherheitskontrolle und das Wasser wurde uns wieder abgenommen. Willkommen in China. In einer grossen Halle befand sich ein Geldautomat, an dem wir 150 chinesische Yuan ca 20 Euro abhoben.
 
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Mit dem auch englisch ausgeschilderten Airport Express ging es für 25 Yuan pro Person und Fahrt nach Dong zhi menh. Dort wollten wir in eine andere U-Bahn umsteigen. Hierfür mussten wir erneut ein Ticket für 4 Yuan pro Person kaufen. Auch jede U-Bahn Station war mit Überwachungskameras übersäht. Ausserdem patrolierten überall Polizeibeamte mit wild blinkenden Bodycams und einem Knüppel. Überall waren Kameras.
 
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Am Platz des himmlischen Friedens stiegen wir aus. Auch hier fielen hauptsächlich die vielen Überwachungskameras und Polizeibeamte ins Auge. Die totale Fremdüberwachung siehe auch ARD Dokumentation "Der grosse Umbruch" vom 08.04.2019. Scheisse was für ein krankes Land. Hier verwendet man gemahlene Löwenknochen und das Horn fast ausgerotteter, wilder Nashörner aus Südafrika als Potenzmittel. China schaffte es tatsächlich, Nigeria von Platz 1 der schlimmsten Länder zu verdrängen, dass ich jemals besucht hatte. Erstaunlicherweise eine der häufigsten Fragen die mir gestellt wurde.
 
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Eine Chinesin die im Flugzeug neben mir sass bestätigte mir später, dass die Überwachung uns Polizeipräsenz in allen chinesischen Städten so schlimm sei. Lediglich auf dem armen Land sei es noch etwas besser. Es war nur die Meinung der Regierung erlaubt. Das Internet und Facebook waren gesperrt.
 
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Das erste was wir sahen als uns die Rolltreppe aus der U-Bahn Station ans Tageslicht brachte war eine grosse Polizeiblockade. Zahlreiche Autos wurden durchsucht. Wir überquerten die 20 Spuhrige Strasse. Wegen der Polizeiblockade herschte kein Verkehr. Trotzdem warteten wir dumm auf das Grün der Ampel. Auf jeder Strassenseite standen 4 Beamte, von denen man keine Intelligenz erwarten durfte. Dumme Roboter. Auch die Kameraüberwachung schaute zu und verschickt Busgelder direkt aufs Handy von Leuten, die sich zB nicht angeschnallt haben siehe NDR Dokumentation "China: Künstliche Intelligenz in der Diktatur".
 
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Wir gingen den Fussweg entlang. Alle 50 Meter warteten 4 Polizeibeamte in schwarzer Uniform mit einem gepanzerten Auto und alle ca 200 Meter stand ein Polizist representativ in schicker grüner Uniform. Vier mal mussten wir an einer Schlange anstehen. Dann mussten alle Menschen die diesen Gehweg gingen ihren Pass kontrollieren lassen und ihre Taschen, Schuhe, Jacken und Gürtel durch einen Scanner wie am Flughafen schieben.
 
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Der Platz des himmlischen Friedens war riesig gross. Es gab kaum etwas zu sehen ausser hohe Masten mit vielen Kameras drauf, die in alle Richtungen bewegt werden konnten.
 
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Auf dem Weg zur verbotenen Stadt kamen wir am Kaiserpalast mit extrem grossen Toren vorbei, die den chinesischen Bürgern wohl verdeutlichen sollten, wie klein und unwichtig sie als Person seien. Natürlich standen auch vor diesen Gebäuden zahlreiche Polizisten, der vermutlich langweiligste Job der Welt und es war kaum möglich ein Foto zu machen, ohne das mindestens 10 Überwachungskameras mit auf dem Bild waren. Im Inneren gab es eine art Hof. Es ging zu wie in einer Militärschule. Jungbullen mussten marschieren und sich auf Befehl zum Affen machen.
 
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Es ging augenscheinlich darum den jungen Leuten so lange ins Hirn zu scheissen, bis sie jeden Schwachsinn mit machten, ohne ihn zu hinterfragen. In Reih und glied mussten sie sich setzen um einem Basketballspiel zu zu sehen. Gejubelt wurde jedoch nicht wenn es spannend war, sondern wenn der Oberaffe bellte. Unglaublich. Sowas kann man sich in der westlichen Welt kaum vorstellen.
 
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Die verbotene Stadt selber hatte um 15 Uhr bereits trotz grossem Touristenansturms geschlossen. Was kann man von einem staatlichen Unternehmen auch anders erwarten? Der Eintritt hätte 30? Juan gekostet. Von aussen gesehen wäre es jedoch lediglich eine Fortsetzung der Polizeikaserne voller Jungbullen in Ausbildung gewesen die hier präsentiert wurden, als sei Polizist ein ehrbarer Beruf.
 
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Wir verliessen die Akademie durch ein übergrosses Seitentor und wanderten durch chinesische Strassen. Überall dicke deutsche Autos aber kein Laut zu hören. Porsche Cayenne mit Elektroantrieb? Möglich. Audi A8 elektrisch? Hier selbstverständlich. Dazwischen hunderte Elektroroller. Die Zukunft. Die Fahrzeuge fuhren bei Grün völlig geräuschlos an der Ampel an und passierten die vielen Kameras, die auch hier alle 50 Meter die Strasse in beide Richtungen überwachten. Es gab viele kleine Läden, die gefälschte Vasen und Skulpturen als angeblich tausend Jahre alte Antike an Touristen verkaufen siehe auch Peter Giesel von Kabel 1 (11.07.2019). Alle Läden waren mit dem Logo eines Schweines geschmückt. Es war das chinesische Jahr des Schweines. Ein Glücksjahr.
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Nach der Landung in Hanoi erhielten wir unseren Einreisestempel völlig unkompliziert. Ein 30 Tage E-Visum hatten wir bereits einen Monat im Vorraus online für 23 Euro pro Person beantragt.
 
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Wichtig ist hierbei, unbedingt den MITTELNAME mit an zu geben, falls man einen solchen im Pass hat. Sind die Dokumente nicht korrekt, drohen wie in den meisten Ländern empfindliche Strafen. Im schlimmsten Fall werden Kriminelle sogar hingerichtet ARD Tagesthemen vom 10.04.2019. Vietnam ist kein Land, in dem kriminelle, illegale Einreisende auch noch Steuergeld geschenkt bekommen, dass ehrliche Bürger erarbeiten müssen.
 
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Mit dem Bus der Linie 86 ging es für 35.000 Dong pro Person nach Old Quarter ins alte Stadtzentrum mit zahlreichen Touristenhotels wie Khao San Road in Bangkok Zuvor hatten wir am Geldautomat jeder den Maximalbetrag abgehoben: 77.- Euro.
 
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Schon aus dem Busfenster heraus faszinierte mich das Land. Riesige Schwärme von Motorrädern voll gepackt mit allen möglichen Dingen, Tieren oder bis zu 6 Personen fuhren kreuz und quer durcheinander.
 
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Rote Ampeln schienen nur als Dekoration zu dienen. Niemand nutzte das Überfahren einer roten Ampel als Vorwand, um andere Menschen ab zu zocken.
 
Motorradreise durch Vietnam
Immer wieder kamen einem Geisterfahrer auf der eigenen Fahrspur entgegen, doch während unserer gesamten Reise sahen wir keinen einzigen Motorradunfall. Im Gegensatz zu Deutschland nehmen die Menschen hier Rücksicht auf ihre Mitmenschen. Es gibt keine Rechthaber, die auf ihre Vorfahrt bestehen und dafür einen Unfall verursachen.
Es braucht nur eine einzige Regel: Schau nach vorne aber auf keinen Fall zur Seite oder gar nach hinten, es könnte jemand direkt vor dir auf die Hauptstrasse einfahren, ohne ein einziges mal zu schauen ob die Strasse frei ist.
 
Motorradreise durch Vietnam
Am Hoam Kiem See stiegen wir aus und gingen den letzten Kilometer zu unserem Hotel zu Fuss. Überall gab es leckere kleine Strassenstände. Erfreulicherweise waren die Leute weniger aufdringlich als in Indien. Nur wenige quatschten uns an, um uns etwas zu verkaufen.
 
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Wir waren nach der langen Reise ohne viel Schlaf völlig gejetlagt. Die Temperatur lag 30 Grad höher als bei unserem Abflug. Ich konnte nicht mehr.
 
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Obwohl ich es besser gewusst habe, hatte ich zu viel Sachen mit gebracht. Niemand braucht hier mehr als das eine T-Shirt dass er an hat und Sicherheits Flip Flops zum Motorrad fahren. Erfreulicher weise durften wir unsere lange Hose, unsere richtigen Schuhe und weitere unnötige Dinge bis zum Ende unserer Reise in unserem ersten Hotel lassen.
 
Motorradreise durch Vietnam
Erst einmal war jedoch grosse Süppchenzeit angesagt. Für 30.000 Dong pro Portion die wir nicht verhandeln mussten erhielten wir mitten auf dem Gehweg eine Schüssel mit einer Suppe aus Nudeln, Hühnerfleisch und frischen Salatblättern. Dazu Stäbchen und kleine Löffel. Zum Glück hatte ich noch eine der zahlosen wegwerf Plastikgabeln aus dem Flieger gerettet. Wir setzten uns auf winzige Kinderstühlchen zu den anderen Menschen und aßen gemeinsam mitten auf der Strasse. Franzi stellte sich beim Essen mit Stäbchen viel geschickter an aber auch ich hatte schon bald den Dreh raus.
 
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Nachdem wir etwas ausgeruht hatten, legten wir die letzten Meter zum Hotel zurück. Mein Garmin Navi mit kostenloser Karte von Openstreatmap kannte den Weg. Die Gehwege waren mit Motorrädern so vollgeparkt, dass wir meist auf der Strasse laufen mussten. Von allen Seiten fuhren Motorräder in alle Richtungen um einen herum. Man brauchte viel Mut um eine Strasse zu überqueren aber auch wenn es ständig so aus sah: niemand fuhr einen um.
 
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Schliesslich bogen wir in eine Gasse die so schmal war, dass kein Auto mehr hinein passen würde. Rechts parkten wie überall Motorräder, links gab es kleine Essensstände und dazwischen liefen wir. Die Türen der Häuser standen offen. Die Strasse war ein Teil des Wohnzimmers der Leute. Dann hupte ein Motorrad hinter uns, bis wir es durch liessen. Dann kam wieder eines von vorne. Ein riesiges Chaos aber niemand störte sich daran. Genial.
 
Auch die Medikamentenversorgung der Bevölkerung ist hier wesentlich besser als in Deutschland. Während einen die Apotheker im ach so gelobten Deutschland ohne Rezept lieber verrecken lassen, konnten wir hier im angeblich unterversorgten Vietnam ohne Staatliche Bevormundung überall jedes Medikament was wir wollten einfach kaufen.
 
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Endlich fanden wir unser Hotel North 2. Schon alleine wegen der fehlenden Feuerwehrzufahrtsmöglichkeit wäre sowas in Deutschland undenkbar. Das Hotel war ca 5 Meter breit, vielleicht 10 Meter tief und 4 Stockwerke hoch und verfügte über 6 Zimmer für jeweils 12 Dollar pro Nacht.
 
Motorradreise durch Vietnam
Wir hatten es wegen der vielen positiven Bewertungen bei Booking.com gebucht. Dabei ging es eher um die Hilfsbereitschaft des Betreibers als um den Zustand der Zimmer.
 
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Würde man illegale Einwanderer in Deutschland kostenlos so unterbringen, gäbe es einen Aufschrei der naiven, linken Bevölkerung. Wir waren jedoch in Vietnam und damit voll zufrieden.
 
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Franzi schlief gleich ein, nachdem sie sich hingelegt hatte, ich dagegen loggte mich ins Wlan ein. Wlan ist in Asien viel weiter verbreitet als im Spiessigen Deutschland mit seinen Haftungsrisiken. Wenn hier kopierte Filme herunter geladen werden, interessiert das keine Sau. Man kann sie eh überall am Strassenrand kaufen.
 
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Bei Facebook gibt es 2 Gruppen: hier und hier , in denen Touristen ihre Motorräder verkaufen. Ausserdem eine Gruppe,in der man gute Reisetipps erhällt: hier. Ich schrieb einige Leute an und verabredete mich auf eine Probefahrt vor ihrem Hotel.
 
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Mit meinem Navi und einer Powerbank bewaffnet um notfalls wieder heim zu finden, lief ich durch Hanoi und bewunderte diese neue Welt.
 
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Sie strafte alles Lügen, was einem im ängstlich spiessigen Deutschland von der Politik und der Polizei immer wieder fälschlicher weise eingetrichtert wird: 4 Personen auf einem Motorrad? Völlig normal. Ein riesiger neuer Kühlschrank? Auch normal. Bei Rot über die Ampeln und dann entgegen der Einbahnstrasse weiter? Stört niemand und führt zu keinem einzigen Unfall. Es kommt einfach auf die Intelligenz der Menschen an.
 
Motorradreise durch Vietnam
Unterwegs kam ich zufällig an einem der vielen Läden vorbei, die gefälschte Honda Win Motorräder mit chinesischem Loncin oder Detech Motor etc. von Touristen deren Visum abläuft für ca 75 Dollar einkaufen, um sie dann zu putzen und mit neuen Gummibändern an andere Touristen für 200 Dollar weiter zu verkaufen. Ich schaute mit einige der Motorräder an.
 
Motorradreise durch Vietnam
Schon das fies razende Geräusch beim Drücken des Startknopfes deutete auf einen defekt des Startermotors hin. Von der durch defekte Simmerringe völlig verölten Gabel ganz zu schweigen. Der aufdringliche Verkäufer sagte das sei alles ganz normal. Blos weg hier. 180 Dollar rief er mir hinterher.
 
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Nach kurzer Zeit erreichte ich das Hotel des anderen Touristen. Es war viel schicker und grösser aber ob einem hier auch der Eigentümer persönlich mit Rat und Tat zur Seite steht und gratis Dinge bis zum Rückflug einlagert?
 
Motorradreise durch Vietnam
Der Mann aus Canada kam und führte mich in die bewachte Garage, die zu dem Hotel gehörte. Das darf doch nicht wahr sein? Während in seiner Verkaufsanzeige auf Facebook seine gefälschte Honda Win strahlend sauber und fast neuwertig aussah, war die Mühle hier in der Garage völlig verdreckt, der Frontscheinwerfer wies tiefe Schrammen von einem Sturz auf, der Bremshebel war verbogen und die Sitzbank zerrissen. Da musste doch am Preis von 180 Dollar noch was gehen. Der Mann blieb hart und so nutzte ich das Wlan des schicken Hotels, um mich mit einer anderen Verkäuferin zu verabreden. Später sah ich bei Facebook, dass er den Preis seines beschädigten Motorrades auf 150 Dollar reduzierte. Zu spät.
 
Motorradreise durch Vietnam
Das Mädel aus Deutschland logierte in einem stinkenden 8 Bett Zimmer eines abgeranzten Backpackers. Dagegen war unser Hotel der reinste Luxus aber auch 4 mal so teuer. Ihre gefälschte Honda Wave mit chinesischem Loncin Motor war laut beiliegender Bluecard, dem obligatorischen Eigentumsnachweis in Vietnam Baujahr 1992 und hatte also schon einiges erlebt. Ihre hinteren Fussrasten hingen schlaff herunter. Das kann man aber beheben. Sitzbank und Reifen waren jedoch neu und die Kette ebenfalls.
 
Motorradreise durch Vietnam
Der Tacho ging nicht aber wer braucht den schon? Hauptsache die Benzinanzeige funktionierte noch. Einen Ölwechsel habe sie gerade gemacht. Die Maschine habe sie 2 Monate zuvor von einem Händler für $300 gekauft. Wir einigten uns auf $150 Dollar die ich mitgebracht hatte inklusive 2 Helme die diese Bezeichnung kaum verdienen und Handschuhe, die ich für 20 Euro weiter verkaufte. Motorräder um den Globus zu verschiffen ist natürlich quatsch.
 
Motorradreise durch Vietnam
Die meisten Touristen sind mit gefälschten Honda Wins unterwegs. Sie verfügen über eine manuelle Schaltung, eine Handyhalterung aus der das Handy während der Fahrt heraus fällt und meist ein extra grosses Luggage Rack also einen Gepäckträger für ihren Rucksack. Wärend Honda empfiehlt den Ölstand alle 500 km zu kontrollieren und das Öl alle 12.000 km zu wechseln, empfehlen windige Gebrauchtmotorradhändler ihren Kunden, das Öl nicht alle 500km zu checken sondern zu changen. Vermutlich um den hohen Ölverbrauch der runter gerittenen Kisten zu vertuschen. Regelmässiges Nachfüllen reicht jedoch und spart eine Menge Geld und Zeit und schont die Umwelt. Auch in Chinesenbombern altert das Öl nicht schneller.
Für Vietnamesen kommen wegen der Qualität und Landlebigkeit nur original Hondas oder notfalls auch Yamaha Roller in Frage, auch wenn diese um ein vielfaches teurer sind.
 
Motorradreise durch Vietnam
Das Strassenbild prägen extrem wendige, semi automatische Honda Wave und verschiedene japanische Roller. Diese Fahrzeuge haben den Vorteil, dass man im Stauraum vor dem Fahrer ein Kind mitfahren lassen oder diverse Waren verstauen kann. Oder einen Rucksack mit Zelt und Schlafsack zum drinne oder drauf liegen wenns zu warm ist. BMWs gibt es in Vietnam wegen ihrer lausigen Qualität in Verbindung mit absolut überhöhten Preisen so gut wie gar nicht siehe 1, 2, 3. All the gear and no idea. The less experienced people are, the bigger bikes they buy. In Vietnam sind nur bis maximal 200cc erlaubt.
 
Motorradreise durch Vietnam
Wieder zurück beim Hotel sicherte ich meinen Neuerwerb mit dem mitgelieferten Fahrradschloss gegen Diebstahl. Der Hotelbetreiber empfahl, es wie auch sein eigenes Fahrzeug über Nacht für 25.000 Dong bei einem profesionellen Bewacher am Ende der Strasse unter zu stellen. Nachts verschwanden tatsächlich fast alle Fahrzeuge von den Strassen. Die meisten Leute nahmen die mit ins Wohnzimmer ihres Hauses oder leisteten sich eben einen Bewacher. Es scheint einen Grund dafür zu geben.
 
Motorradreise durch Vietnam
Mit Franzu unternahm ich noch einen kleinen kulinarischen Abendessensrundgang, das Essen wird in Vietnam zur Hauptbeschäftigung. Rund um den Night Marked wurde das Chaos noch grösser. Es gab wirklich überall Essensstände und sooo viel zu probieren. Erfreulicherweise war das Essen nicht so scharf wie in Indien oder Thailand. Ausserdem wurde gerne Rücksicht auf Ausländer genommen und auf das Chili verzichtet. Mmmmh.
 
Motorradreise durch Vietnam
Gegen Mittag des nächsten Tages beschlossen wir immer noch gejetlagt frühstücken zu gehen und das neue Motorrad zu testen. Stimmt die Fussrasten hinten hängen echt zu weit runter. Zwei Strassen weiter bastelten Leute auf der Strasse an Motorrädern. Mit einem wackeln an der runterhängenden Raste erklärte ich das Problem. Als Kostenvoranschlag zog einer der Männer 20.000 Dong aus der Tasche. Daumen hoch und ein Nicken. Wir hatten einen Deal. Für umregechnet 60 Cent montierte der Mechaniker beide Fussrasten ab und schweisste neues Metall auf, bis sie nach dem ausklappen wieder perfekt gerade standen. In Deutschland hätte uns jede Werkstatt ohne Termin gleich wieder weg geschickt.
 
Motorradreise durch Vietnam
Wo es denn eine Tankstelle gebe? Ich machte die Geste als würde ich das Motorrad mit einer Zapfpistole tanken und hob dann ratlos die Schultern und die Hände. Pantomiemische Sprache funktioniert immer. Der Werkstattmeister zeigte auf die andere Strassenseite. Dort stand tatsächlich ein Mann, der Benzin in Plastikflaschen verkaufte. 30.000 pro Liter. An der Tankstelle kostet es 18.000 aber die gibt es eben nicht überall. Solche kleinen Händler jedoch schon.
 
Motorradreise durch Vietnam
Mit den Fingern drückte ich am Reifen herum und machte eine schwankende Bewegung mit der Hand. Der Luftdruck war nicht gut. Man zeigte zur Werkstatt nebenan. Die verfügte über einen Kompressor, wollten jedoch nur fürs Aufblasen des Reifens 20.000. Der Typ in der Werkstatt neben der Werkstatt konnte englisch und erlaubte mir freundlich, für den 2 Personen Betrieb kurz den Reifendruck zu erhöhen. Dann konnte es weiter gehen.
 
Motorradreise durch Vietnam
Weiter ging die Stadtrundfahrt mit Franzi durch Hanoi. Immer wieder hielten wir an um Fotos zu machen oder etwas zu essen. Kleine Essensstände gab es wirklich überall. Selbst auf den Bahngleisen, die mitten durch ein Wohngebiet führten, gab es kleine Cafes. Wenn hier ein oder zwei mal am Tag der Zug kommt, müssen die Menschen ihre Tische und Stühle weg räumen und die Wäsche abhängen. Leider hat die Stadtverwaltung diese Touristenattraktionen entlang der Gleise am 10.10.2019 verboten.
 
Motorradreise durch Vietnam
Am nächsten Morgen sortierten wir unsere Sachen aus, liessen Reserveklamotten, lange Hose und Schuhe aus dem kalten Europa im Hotel und machten uns nur mit Zelt, Schlafsäcken, den kurzen Klamotten die wir an hatten, Flip Flops, Zahnbürsten, Sonnencreme und Kameras auf die Reise mit dem Motorrad durch Vietnam. Als Kopfkissen, gegen Sonnenbrand und falls die kurzen Sachen doch zu kalt werden oder mal gewaschen werden müssen hatten wir jeder noch eine lange Unterhose, einen langen Pullover und eine regendichte Jacke mit dabei. Franzi ausserdem noch einen Badeanzug. Für mich reichte meine Unterhose.
 
Motorradreise durch Vietnam
Trotz allen Sparmassnahmen war unsere kleine Honda wave mit zwei Personen plus Campingausrüstung für deutsche Verhälltnisse völlig überladen. Wir waren jedoch in Vietnam und fügten uns so nahtlos ins Strassenbild ein.
 
Motorradreise durch Vietnam
Ab ging die Luzi Richtung Nord-Westen in die Berge zu den legendären Reisterassen. In Vietnam wird hauptsächlich Jasmin Reis angebaut. Weil Sa Pa GPS 22°20'10.90"N 103°50'37.63"E mit 300 km pro Richtung für unsere kurze Zeit zu weit weg war, hatte Franzi eine Alternative ergoogelt: Mai Chau, Pu Luong Naturschutzgebiet 20°26'48.26"N 105° 8'54.81"E 13.000 kg Reis werden weltweit pro Sekunde gegessen. Unvorstellbar. Die Menschen in Vietnam bauen wirklich überall Reis an, sogar in den steilen Bergen. Damit das Wasser in dem der Reis wächst nicht weg fliesst, legen sie in mühevoller Handarbeit viele waagerechte Terassen an.
 
Motorradreise durch Vietnam
Trotzdem fanden wir unterwegs immer wieder ruhige Orte, an denen wir ungestört unser Zelt aufschlagen konnten wie zum Beispiel in der Nähe des Cuc Phuong Nationalparks. Geduscht wurde entweder in einem Fluss, unter einem Wasserfall oder aus einer Trinkwasserflasche bis wir heraus fanden, dass die meisten Tankstellen über öffentliche Duschen verfügen. Wirklich ein toller Service.
 
Motorradreise durch Vietnam
Während wir duschten, wuschen wir auch immer gleich unsere Klamotten mit und zogen sie dann nass wieder an. Im Fahrtwind des Motorrades wurden sie innerhalb kurzer Zeit wieder trocken. Das Wetter wurde immer besser, je weiter wir gen Süden kamen. Sonnencreme wurde unverzichtbar.
 
Motorradreise durch Vietnam
Wir erreichten Ninh Binh, die sogenannte trockene Halong Bucht GPS 20°15'2.21"N 105°58'28.03"E. Hier konnte man Bootstouren durch die typischen Hügel unternehmen, die die Landschaft vietnams prägen. Weil Tam Coc viel zu touristisch war, hatte auch hier Franzi eine tolle Alternative auf getan: Linh Coc Pier. Es lohnte sich, für die Bootstour hart zu verhandeln.
 
Motorradreise durch Vietnam
Eine der top Sehenswürdigkeiten im Zentrum Vietnams sind seine Höhlen. Die Tickets für die Tropfsteinhöhlen Dong Tien Son und Phong Nha kann man im Paket bei der Touristeninformation in der Stadt Phong Nha-Ke Bang GPS 17°36'43.64"N 106°18'21.76"E für 250.000 ca 10 Euro pro Person kaufen.
 
Motorradreise durch Vietnam
Zuvor muss sich eine Gruppe von 12 Personen zusammen sammeln. Dann geht es hinter dem Ticketbüro per Boot los.
 
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Unsere Sachen durften wir freundlicherweise bei der Familie eines freundlichen Mechanikers lassen, der zuvor eine Schraube ersetzt hatte, die wir unterwegs verloren hatten.
 
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Den aufdringlichen "Wachleuten", die einen bei Ankunft in der Stadt gleich Schaarenweise anquatschen, vertrauten wir nicht und ein Hotel buchen wollten wir nicht. Wir hatten ja unser Zelt dabei.
 
Motorradreise durch Vietnam
Bei den Höhlen haben wir mehrfach Touristen gesehen, die mit den eigenen Rollern direkt zu den Koordinaten der Höhlen gefahren sind. Sie kamen jedoch am falschen Flussufer an und niemand zeigte Erbarmen, sie herüber zu holen und so mussten sie den schlechten Weg wieder zurück holpern.
 
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Der Ausflug zu den Tropfsteinhöhlen lohnte sich definitiv. Es ist ein tolles Naturschauspiel, dass von Menschenhand stimmungsvoll ausgeleuchtet wurde.
 
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Durch die erste Höhle läuft man auf eingezäunten Stegen, in die zweite Höhle fährt man mit dem Boot und läuft dann zurück.
 
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Abendessen gab es in einem wenig touristischen Restaurant gegenüber der Motorradwerkstatt. Das Geschirr wurde auf dem Boden im freien direkt in Sichtweite der Gäste mit kaltem Wasser vom Chef persönlich abgewaschen. Alles ganz normal hier. Auch dass es Wlan gab und wir unsere Flaschen an den grossen Tanks wieder mit Trinkwasser befüllen und unsere Akkus aufladen durften. Die Europäischen Stecker passten hier überall in die Steckdosen.
 
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Für die Nacht verliessen wir die Stadt und schlugen unser Zelt vor der Schranke des Phong Nha-Ke Bang Nationalparks in der Wildnis auf.
 
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Da wir noch nicht genug Höhlen gesehen hatten, lagerten wir unsere Sachen am nächsten Tag erneut beim Mechaniker ein und folgten der schmalen Strasse 30 km durch tolle Natur zur Paradiese Cave. Unterwegs kamen wir an einem botanischen Garten vorbei.
 
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Für das Parken verlangte man 5000 Dong. Der Eintritt der Paradiese Cave betrug 50.000 Dong pro Person. Weil heute Frauentag war, bekam Franzi 25.000 Rabatt. Ich höre schon die Gleichberechtigungsidioten in Deutschland schreien. So einen Quatsch gibt es hier nicht.
 
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Auch die Paradiese Cave war fantastisch. Zunächst läuft man ca 2 km den Berg hinauf. Einen Teil davon kann man gegen Aufpreis in Golfcars gefahren werden. Dann geht es über Treppen tief hinab in das geschmackvoll beleuchtete Innere des Berges. Hunderte vietnamesische Touristen drängten sich hier.
 
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Rennende Kinder brachten die Holzstege zum vibrieren, so dass wackelfreies Fotografieren mit der Kamera auf dem Geländer viel Geduld erforderte.
 
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Wer möchte, kann für ca 80 Euro in Form einer Adventure Tour mit Kopflampe und Guide ca. 8 km in den Berg hinein wandern. Die Besichtigung der grössten Höhle der Welt Song Dong kostet krasse 3000 US$ pro Person und soll mit schwimmen und wandern recht abenteuerlich sein.
 
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Zurück in unserem Stammrestaurant füllten wir unsere Mägen und Wasserflaschen.
 
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Dann verliessen wir die Stadt, um noch einige Kilometer hinter uns zu bringen. Die Zeit drängte etwas. Unterwegs schlugen wir unser Zelt versteckt zwischen vielen Grabmälern mit dem in Deutschland verbotenen Sonnenzeichen auf. Niemand störte sich daran und Friedhöre waren auch in der dicht besiedelten Küstengegend leicht zu finden. Die Leute grüssten, lachten und gingen weiter.
 
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In Hue besichtigte Franzi die ehemalige Kaiserstadt, wärend ich lecker was ass und unsere Sachen im Auge behielt.
 
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Der Wolkenpass Hoi Van GPS 16°13'34.00"N 108° 4'59.05"E war uns empfohlen worden. Nach den tollen Strassen die wir bereits gefahren waren und die noch folgten, konnte uns dieser mit Reisebussen überfüllte Pass nur ein müdes Lächeln entlocken. Auf der Fahrt durch eine kleine Stadt rannten uns wilde Hunde, die die Angst vor Menschen verloren hatten hinterher und versuchten, uns während der Fahrt ins Bein zu beissen. Gleichzeitig versuchen naive Gutmenschen in Deutschland, den Wolf wieder an zu siedeln...
 
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Blos weiter, die aufdringlichen Händler hier nerven echt.
 
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Auf der anderen Seite des Wolkenpasses war das Wetter trockener und unser Zelt morgens nicht mehr ganz so extrem wie bisher von kondensierter Feuchtigkeit durchnässt. Tagsüber schwitzten wir alles nass und nachts tropfte die Feuchtigkeit von den Ästen der Bäume, wenn die Temperaturen nach Sonnenuntergang etwas zurück ging und die Luft nicht mehr so viel Feuchtigkeit halten konnte. Mehr als 100% Luftfeuchtigkeit gehen halt nicht.
 
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Nach Hoi An fuhren wir an der Küste. Der Verkehr hier war mörderisch und die Hitze extrem. Wir brauchten starke Nerven und viel Sonnencreme.
 
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Hoi An bei Nacht war jedoch super schön. Die Innenstadt war mit tausenden bunten Lampignos geschmückt. Ausserdem ist die Stadt für ihre Schneiderei bekannt.
 
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Wir überliessen unsere Habe einem alten Mann, der für ein Trinkgeld vor einem Luxusrestaurant auf die Motorräder der Gäste aufpasste und machten uns zu Fuss auf den Weg.
 
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Über eine ebenfalls schön beleuchtete Brücke ging es in der Innenstadt über eine Brücke. Alle 20 Sekunden wurden wir angesprochen und gefragt, ob wir nicht eine Bootstour machen wollten.
 
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Ignorierte man diese Nervensägen, fassten sie einen an, um Aufmerksamkeit zu erhalten.
 
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Da Hoi An sehr klein ist, fanden wir etwas ausserhalb überraschender Weise den perfekten Platz zum zelten.
 
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Am nächsten Tag nahmen wir uns frei, um im Meer zu schwimmen und unsere stehts verschwizten oder vom Tau durchnässten Sachen am Strand zu trocknen. Wir hatten inzwischen die Hälfte unserer Strecke geschafft und lagen gut in der Zeit.
 
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Den platten Reifen, der uns eines morgens wegen komischer Metallsplitter im Reifen überraschte, konnten wir leicht beheben lassen. Ein neuer Schlauch kostete 70.000 also ca 2 Euro inklusive Einbau. Zum Glück mussten wir das voll beladene Motorrad nur 1 km zur nächsten Strassenwerkstatt schieben.
 
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Dann gings in die Berge. Ich hatte gewaltigen Respekt. Das kleine Motorrad mit seinem überraschend hohen Ölverbrauch und so viel Gepäck. Hoffentlich hällt es durch.
 
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Unsere Luzi schlug sich jedoch wacker. Hin und wieder ging sie beim Race gegen qualmende, 9km/h schnelle LKW voll abgeholztem Urwaldholz mit sagenhaften 12 km/h als klarer Sieger hervor. Auf gerader Strecke schaffte sie laut GPS 60 km/h.
 
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Der 110ccm Motor hätte sogar noch mehr Leistung gehabt, dann rutschte jedoch die semiautomatische Flihkraftkupplung durch. Also einen Gang runter schalten und mehr Drehzahl, damit sie hielt.
 
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Der Verbrauch der Luzi lag bei umweltfreundlichen 3 Litern auf 100 km. Da ihr Tank genau so viel fasste, mussten wir ca ein bis zwei mal pro Tag zur Tankstelle. Was mich nervte war, dass die Tankwärte wenn der Tank schon voll war und alles bereits über lief und ich Stop Stop Stop rief trotzdem noch mehrfach die Zapfpistole abdrückten und weiter tankten, um eine glatte Summe zu erreichen. Ich sollte dann den See auf dem Boden bezahlen. Wenn ich genügend Kleingeld hatte um passend zu bezahlen, kürzte ich in solchen unverschämten Fällen die Rechnung. Ansonsten durften wir wenigstens überall gratis duschen und konnten die für viele Strassenrestaurants zu grossen Banknoten der Geldautomaten klein machen. In den Bergen gab es zwar keine Tankstelle aber in jedem Dorf einen kleinen Laden, der auch Benzin für 20.000 in Flaschen verkaufte. Reservespritkanister mit zu nehmen war nicht nötig.
 
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Die Landschaft war atemberaubend schön. Dichter Jungel und riesige tropische Bäume wohin man auch schaute. Und dann kamen immer mehr Menschen und verlangten nach immer mehr Kohle.
 
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Wirklich traurig zu sehen, dass der Regenwald überall abgeholzt und weg gebrannt wurde. Pro Sekunde verschwindet weltweit Regenwald in der Grösse eines halben Fussbalfeldes. Das macht pro Minute 30 Fussballfelder. Alles wird gerodet, um neue Plantagen an zu legen oder selbst hier Reisterassen an zu legen.
 
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Die immer schneller wachsende Weltbevölkerung kostet ihren Preis. Solange weitere Kinder zu produzieren nicht verboten wird, braucht man in Zeiten von Klimawandel durch Überbevölkerung gar nicht über Umweltschutz zu reden. Auch hier rannten viel zu viele Kinder herum, die in ein paar Jahren Urwald für ein eigenes Haus roden, um dann selber weitere Kinder zu produzieren.
 
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Wir kamen langsam aber stetig voran. Immer wieder legten wir Fotopausen ein. Vor allem an unzugänglichen Stellen, an denen der Urwald noch nicht abgerodet war, war die Natur so wunderschön.
 
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Gegen Abend machten wir uns auf die Suche nach einem Platz zum zelten. Vor allem hier in den steilen Bergen wird das eine schwierige Aufgabe. Dachten wir.
 
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Über eine abenteuerlichen Stahlseilbrücke aus Vietnamkriegszeiten verliessen wir die Hauptstrasse, um uns etwas abseits ein ruhiges Plätzchen zu suchen.
 
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Ein kleiner Junge der vor uns eine Kuhherde über die Brücke trieb erschreckte sich als er Ausländer sah und trieb seine Kühe zur Eile an. Ein Fehler.
 
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Als die Kühe anfingen zu rennen, fing die gesamte Brücke an zu vibrieren. Das ganze schaukelte sich immer weiter auf. Ich blieb sofort stehen und wartete, bis die Kuhherde die Brücke auf der anderen Seite verlassen hatte. Noch waren wir gerade erst am Anfang.
 
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Franzi bekam jedoch durch das schwingen der Brücke mächtig Panik. Als sich alles wieder beruhigt hatte, fuhr ich langsam und gleichmässig über die Brücke und dann noch über eine zweite.
 
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Auf der anderen Seite fanden wir ein kleines Dorf. Viele Kinder winkten uns zu. Es gab auch hier jedoch keine freie Fläche. Die Berge waren sau steil, es war alles dicht bewachsen oder mit kleinen Häusern bebaut.
 
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Langsam fuhren wir durch das Dorf. Da plötzlich entdeckten wir ein verlassenes Haus am Wegrand. Das Dach war defekt, die Fenster fehlten und die Türe stand offen. Ich hielt an, um es mir genauer an zu sehen.
 
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Das Haus war selbst im Inneren so stark bewachsen, dass man auf seinem Boden kein Zelt aufbauen konnte aber es verfügte über hinten über eine art kleinen Garten dessen Boden wohl über Jahrzehnte so fest gestampft worden war, dass hier immer noch nichts wuchs. Perfekt.
 
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Wir schleppten unsere Rucksäcke hinters Haus und ich schob Luzi vorsichtig durchs Gestrüp. Vor allem hier in den Bergen wollte ich keinen platten Reifen riskieren. Aber auch keinen Diebstahl. Das Motorrad musste wie immer direkt neben unserem Zelt stehen.
 
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Als wir das Zelt aufschlugen, erschien wie schon öfter zuvor eine neugierige Kinderschaar und ein paar ältere Nachbarn. Sie schauten uns freundlich zu, lächelten und liessen uns dann alleine. Wir nutzten das Zelt wie immer nur als Moskitoschutz ohne Regenhülle und verbrachten eine entspannte Nacht. Alles andere wäre viel zu heiss gewesen.
 
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Am nächsten Morgen tankten wir aus Flaschen. Wer weiss, wie weit entfernt das nächste Dorf liegt? Ich war schon froh dass mein Navi die Strassen kannte.
 
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Je höher wir kamen, dess do weniger andere Verkehrsteilnehmer trafen wir. Auf 1535 Metern war die Strasse weg gespühlt. Kein Auto würde hier durch passen. Wir waren ganz alleine und legten erleichtert eine Pause ein. Wir hatten es tatsächlich geschafft.
 
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Luzi bekam wieder 200 ml Motoröl. Sie verbrannte es nicht nur, sondern tropfte auch langsam aus der Schalthebeldichtung. Auch das Gabelöl hatten wir schon lange durch einen defekten Simmerring verloren. Who cares?
 
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Als wir da sassen und mit Öl am Motorrad hantierten, hielt sofort der einzige Motorradfahrer weit und breit, der 5 riesige Vasen geladen hatte, um uns zu helfen. Unglaublich, wie freundlich und hilfsbereit die Leute hier waren. Wir hatten zum Glück keine Hilfe nötig und bedankten uns.
 
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Die nächste Herausforderung bestand darin, es auch wieder hinab zu schaffen. Die Leistung der Trommelbremse vorne liess sehr zu wünschen übrig.
 
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Die Trommelbremse hinten funktionierte eigentlich sehr gut. Das Problem war jedoch, dass das Bremspedal auf dem Asphalt schleifte und dann keine Bremswirkung gegeben war, wenn ich beim bremsen eine Rechtskurve fuhr, oder einem Holzlaster aus wich, der plötzlich in der Mitte der Strasse auftauchte.
 
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Wir zuckelten also ganz langsam und mit heulendem Motor im ersten oder zweiten Gang die Berge wieder hinab und genossen die tolle Landschaft.
 
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Leider hatten die wenigsten Dörfer ein Restaurant und wenn dann hatten diese Restaurants tagsüber keine Speisen. Nur Tee wurde uns angeboten.
 
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Es war immer eine grosse Freude, wenn wir irgendwo doch ein Restaurant fanden in dem wir Leute essen sahen und eine Überraschung zu sehen, was es heute wohl gab. Solch eine Pause dauerte mit Wlan daddeln und Kameras laden schnell mal ein paar Stunden. Mittags war es inzwischen eh zu heiss zum fahren und wir lagen gut in der Zeit.
 
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Unterwegs waren einige Stellen neben der Strasse mit Totenkopfschildern gekennzeichnet. Was hier wohl lag? Zu gefährlich um es zu ergründen.
 
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Je tiefer wir hinab kamen, des do weniger Urwald war noch übrig. Das meiste war inzwischen abgeholzt und verkohlt worden.
 
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Zurück blieb statt saftiger Jungel eine dürre Steppe mit einigen dornigen Büschen. Irgendwo muss die billige Grillkohle in deutschen Baumärkten für 2,99 Euro ja her kommen.
 
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Obwohl wir uns auf dem Weg zu den Elefanten GPS N12°24'43.0" E108°10'14.5" immer noch im Landesinneren in der Nähe der Grenze zu Laos bewegten, wurde die Landschaft deutlich flacher.
 
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So schafften wir trotz Foto Stopps an interessanten Tempeln und Kirchen, duschen, Klamotten waschen und gemütlichen Mittagspausen 200 km pro Tag mit den hier üblichen ca 50 km/h.
 
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Langsam kamen wir in den Urlaubsflow. Es ging nicht mehr darum, irgend welche Ziele zu erreichen und ab zu haken, sondern einfach darum das Leben hier zu geniessen, wärend der kalte Winter Europa im Griff hatte.
 
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Vietnam entpuppte sich als eines der schönsten und am einfachsten zu bereisensten Länder der Welt.
 
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Die Leute waren freundlich aber zurückhaltend, die Landschaft sehr abwechslungsreich und alles war für unsere Verhälltnisse spott billig.
 
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Trotzdem waren wir froh unser Zelt dabei zu haben. Gerade an den interessantensten Stellen abseits des Massentourismus gibt es keine Hotels.
 
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Eines Tages als wir wie immer in einem kleinen, localen Restaurant am Strassenrand assen, kam ein kleiner Junge zu uns.
 
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Er konnte wie die meisten jungen Leute hier etwas englisch und erzählte uns, dass sein Vater ein Kaffeefarmer sei.
 
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Was? Hier in der Gegend wächst Kaffee? Ich hatte Kaffe bisher erst einmal hoch oben auf dem Bolaven Plateau in Laos und in Indien wachsen sehen und Franzi kannte Kaffee bisher nur aus der Kapsel. Ob er uns eine Plantage zeigen könnte?
 
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Laut seiner Information sei das Feld ca 20 km entfernt und wir überlegten schon, ob wir den Jungen wie hier üblich als dritte Person mit aufs Motorrad nehmen sollen. Er könne aber auch laufen.
 
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Letztendlich waren es zum Feld seines Vaters nur wenige hundert Meter und tatsächlich: Hier standen Kaffeepflanzen in voller Blüte.
 
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Wie üblich wuchs auf dem gleichen Feld mit dem Kaffee zusammen auch der Pfeffer. Statt wie in Indien an Palmen rankte er sich hier jedoch an anderen Baumarten hoch.
 
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Für den Pfeffer war gerade Erntezeit. Die vielen kleinen Pfefferkörner wurden auf riesigen Laken mitten auf der Strasse in der heissen Sonne getrocknet.
 
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Zwischendurch entdeckten wir wie aus versehen auch einen Avokado Baum voller erntereife Avocados. Sie waren noch recht hart, wurden aber nach einigen Tagen lecker weich. Mmmmmh.
 
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Als wir weiter fuhren, sahen wir immer mehr Kaffeeplantagen. Er wuchs hier überall. Gegen Abend bogen wir in eine Kaffeeplantage ab und dann wieder rechts ab. Hier schlugen wir unser Zelt versteckt hinter hohen Pfefferranken auf.
 
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Am nächsten Tag entdeckten wir schon recht früh Männer, die auf Elefanten unterwegs waren. Wir versuchten ihren Spuren zu folgen um heraus zu finden, wo man Elefanten reifen konnte.
 
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Leider hörten die Spuren irgendwan im nichts auf und es gab keinerlei Schilder. Auch verstand niemand das Wort Elefant und meinen Versuch, einen pantomimisch dar zu stellen.
 
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Als ich jedoch eines der Fotos die wir natürlich zuvor geschossen hatten herum zeigte, führte uns ein Mann auf seinem Motorrad zum richtigen Ort und da standen sie: 6 mächtige Elefanten angekettet an einem Fuss und warteten auf Touristen.
 
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Als sich Franzi einem der Elefanten näherte, begrüsste sie dieser mit seinem Rüssel als suche er etwas.
 
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Ich verstand sofort und verschwand. In der Nähe hatte ich am Wegrand eine wild wachsende Palme entdeckt die halb umgeknickt war unter der Last einer dicken Bananenstaude.
 
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Die Bananen waren zwar noch grün aber das würde den Elefant sicher nicht stören. Ich brach ein paar Bananen ab. Sie waren extrem saftig und klebrig.
 
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Mit meinem Fund kehrte ich zu Franzi zurück. Stückweise reichten wir den Elefanten die Bananen. Die Elefanten griffen sie vorsichtig mit dem Rüssel und verzehrten sie mit Schale mit nur einem Bissen.
 
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Ich schleppte bestimmt 10 Kilo Bananen herbei und machte zahlreiche Fotos. Für 500.000 also 30 Euro könne man eine Stunde durchs Wasser reiten.
 
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Es waren hauptsächlich reiche Russen, die hier in dieser Gegend Urlaub machten und dieses Angebot an nahmen. Als sie mich mit der Kamera sahen, wollten sie sofort die Bilder haben.
 
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Da ich während dieser Reise jedoch nur mein Smartphone mit Bluotooth Tastatur aber keinen Laptop dabei hatte, konnte ich nicht auf die Spiegelreflexkamera zu greifen mit der ich fotografierte, da sie schneller bereit war und auslöste als jede andere Kamera. So mussten die Jungs wohl oder übel etwas warten.
 
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Am nächsten Tag sahen wir den ersten Verkehrsunfall unserer Reise. Trotz des wahnsinnigen Verkehrs war ansonsten nie etwas passiert. Hier jedoch lag ein LKW im Strassengraben.
 
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LKW Fahrer sind hier die schlimmsten Fahrer. Viele überholen obwohl sie sehen, dass Gegenverkehr kommt. Das Recht des Stärkeren. Das einzige was hilft, ist während der Fahrt die Kamera zu zücken.
 
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Da dicke Wolken aufzogen fragten wir an einer Kirche, ob wir unser Zelt unter ihrem Dach aufschlagen dürfen und wurden darauf hin sogar in einen grossen Saal geführt, in dem wir nächtigten, als draussen ein heftiges Gewitter tobte.
 
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Als wir uns der nächsten Stadt näherten, fing Luzi plötzlich an rum zu zicken und nahm nicht mehr sauber Gas an.
 
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Ich versuchte, sie mit Vollgas frei zu fahren aber ohne Erfolg. Als ich langsamer wurde, ging sie komplett aus und nicht wieder an. Und nu?
 
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Ich fing an zu schieben. Wenige Sekunden später hielt ein Motorradfahrer neben uns und erkannte unser Problem. Wir sollten uns wieder aufs Motorrad setzen.
 
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Mit seinem rechten Fuss drückte er gegen die linke Soziafussraste, und schob uns so weiter. Nach etwa 2 km erreichten wir eine Werkstatt.
 
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Als ich ihm 50.000 geben wollte, winkte er ab. Das sei doch nicht nötig. Er verabschiedete sich und verschwand. Der Werkstattmeister erkannte das Problem sofort. Wärend ich auf schlechten Sprit oder einen verstopften Filter getippt hatte, schraubte er die Zündkerze heraus. Sie war völlig verkokt und zeigte keinen Funken mehr. Flugs montierte er für 50.000 eine neue Zündkerze und siehe da: Luzi sprang wie gewohnt an und rauchte mächtig. Den hohen Ölverbrauch fand auch der Werkstattmeister besorgniserregend. Da mir das Problem jedoch bekannt war und ich mit einem angefangenen Ölkanister winkte, von dem ich alle 100 km etwas nachfüllte, war alles gut.
 
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Ich hatte heraus gefunden dass es nicht nötig war, das Öl bis zur Minimalanzeige des Messstabes auf zu füllen. Dann rauchte sie nur und es tropfte eh gleich wieder alles heraus. Geld und Zeit für eine Reparatur wollte ich in den letzten Tage keines mehr investieren. Statt dessen versuchte ich, den Ölstand mit einem Zweig gemessen auf ca 2 cm vom Motorboden gemessen zu halten. Das war der Ölstand den sie immer hatte wenn ich anhielt um nach zu messen und damit war Luzi auch in den Bergen nicht verreckt.
 
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Unsere geplante Reiseroute bereitete mir viel mehr Kopfschmerzen. Franzi wollte gerne die Dünen von Mui Ne sehen. Auf sämtlichen Wegen dort hin lauern jedoch wie auch auf dem Ha Giang Loop ab morgens um 6 Uhr Wegelagerer auf reiche Touristen. Wie überall in der Welt geht die meiste Gefahr durch die Polizei selber aus. Das ausrauben von Reisenden, das zweitälteste Gewerbe der Welt ist weit verbreitet. Die Einahmen sind fest in den Haushalten der Landesregierungen eingeplant.
 
Finden sie nicht genügend Opfer, werden Limits offiziell wegen Luftreinhaltung etc. einfach so weit abgesenkt, bis die Einnahmen wieder sprudeln. Dabei hat die Landesumweltanstalt vorgerechnet, dass "ein Auto mit 30 km/h im zweiten Gang oft mehr Schadstoffe ausstößt als mit 50 km/h im vierten oder fünften Gang". Erstaunlich: In Büros ist ein Grenzwert von 950 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) Luft erlaubt, zu Fahrverboten kommt es auf Strassen dagegegen schon bei einer Überschreitung des Grenzwertes von lächerlichen 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) Luft.
 
Auch um Sicherheit geht es trotz anders lautender Sprachregelung bzw Sprachanleitung der Regierung nie wirklich. Eher um eine Art Schutzgelderpressung der bewaffneten Beamten. Blitzer führen zu mehr Auffahrunfällen. Das Argument "Sicherheit" ist also nur vorgeschoben.
Daher ist auch die Praxis vieler Gemeinden, aus finanziellen Gründen provisionsorientierte private Firmen mit dem Ausrauben von Reisenden zu beauftragen, nach einer Entscheidung des OLG Frankfurt Aktenzeichen 2 Ss-OWi 942/19 illegal. Section Control ist ebenfalls eine Grundrechtsverletzung der Obrigkeit OVG Lüneburg Az. 12 ME 68/19.
 
Laut RBB "Radarfallen: die große Abzocke?" sind 56% aller Bussgeldbescheide fehlerhaft. WDR Markt berichtet von 50% falschen Messungen. Verschiedene Messgeräte zeigen für ein und das selbe Fahrzeug unterschiedliche Ergebnisse an. Das einzige was zuverlässig kommt ist die Rechnung. Es geht ums Geld und da scheint jeder Vorwand recht. Viele Messungen werden von Beamten sogar absichtlich gefälscht. Nimmt ein Polizist nicht genügend Geld ein, wird er nicht befördert siehe ZDF Dokumentation vom 23.5.2012 "Verflixte Blitzer! Vom Kleinkrieg auf deutschen Straßen". Es geht den Polizisten also um die Erfüllung ihrer Fangquoten siehe Stuttgarter Nachrichten.
 
Vor Gericht hat man als Bürger laut ARD PlusMinus vom 12.06.2019 auch bei falschen Messungen kaum eine Chance. Die reinste Abzocke. Man sollte sie also unbedingt von einem kostenlosen Prozessfinanzierer wie geblitzt.de überprüfen lassen.
 
Auch Polizeigewalt ist inzwischen so ein grosses Problem, dass es darüber sogar zahlreiche Dokumentationen gibt wie ARD "Staatsgewalt - Wenn Polizisten zu Tätern werden", ARD Achtung Polizei - Willkür, Pannen, Personalnot, ARD Kontraste vom 25.07.2019 und ARD Tagesthemen vom 26.07.2019, ARD Dokumentation "Polizeigewalt - Warum Polizeigewalt in Deutschland faktisch strafffrei bleibt" und ZDF Zoom - Staatsfeinde in Uniform. Die Dunkelziffer ist laut ARD Tagesschau vom 17. Sept 2019 sogar noch 5 mal höher. Solange Polizisten vor Gericht lügen und sich gegenseitig mit falschen Diensterklärungen decken, werden Polizisten dafür nicht bestraft siehe ARD Report Mainz vom 24.07.2018 Zitat:" Jeder Vorgang lässt sich so verändern, dass das rechtswiedrige Vorgehen von Seiten der Polizei dem Gegenüber angelastet werden kann. Das kann man mit ein paar Änderungen des Sachverhalts erreichen. Das wird dann so hin gebogen, dass es auch vor Gericht Bestand hat. " Kammeradenverat ist eine Totsünde siehe ZDF Zoom vom 19.06.2019 und ARD Monitor vom 27.06.2019. Von wegen Freund und Helfer. Wie überall in der Welt geht die meiste Gefahr durch die Polizei selber aus.
 
Motorradreise durch Vietnam
Wenn ein Einheimischer mehrere Gasflaschen auf seinem Motorrad transportiert oder mit einem riesigen ungebremsten Anhänger unterwegs ist, stört das niemand.
 
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Wehe aber, das jährliche Ablaufdatum im Internationalen Führerschein eines Ausländers ist abgelaufen oder man besitzt keinen vietnamesischen Führerschein siehe hier Dass ist für die Polizei hier wie Weihnachten.
 
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Die Wegelagerer finden wohl immer einen Vorwand, um einen ab zu zocken. Darum sind auf der Fernstrasse Ausserorts hier nur 40 km/h erlaubt. Wie will man beweisen, nicht schneller gefahren zu sein? Kein Tourist kommt hier ohne Straffe durch.
 
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Auch das Umfahren der Küstenstrasse ist inzwischen nicht mehr möglich, da auch auf der Umfahrungsstrecke Wegelagerer lauern und einen zwingen, den ganzen Weg zu den Räubern wieder zurück zu fahren siehe hier
 
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Hans aus Holland, der später unsere Luzi kaufte erzählte, er wurde sogar schon im Fisher Village vor Mui Ne angehalten und abgezockt.
 
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Erfahrene Vietnamreisende empfehlen darum, maximal 200.000 Dong an Bargeld in der Tasche zu haben und alles andere gut zu verstecken. Aber auch das kann anstrengend werden. Die Polizei spielt good cop bad cop und läd die Fahrzeuge von Touristen um Eindruck zu schinden bzw Angst zu wecken sofort auf ihren Pickup. Will man es wieder haben, wird es teuer. Sehr teuer.
 
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Einige Reisende erzählen von 1 Million Dong, andere bezahlten 2.5 Millionen also 140 Dollar und mehr siehe hier Opfer sind meist reiche Russen, die zu tausenden hier Urlaub machen und für kleine Tagesausflüge die angebotenen Roller mieten. Wenigstens bekommt man hier mit etwas verhandeln die Roller, ohne einen Pass als Sicherheit hinterlegen zu müssen. Es reicht die Adresse und eine erfundene Zimmernummer eines Hotels in dem man angeblich abgestiegen ist.
 
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So oder so hatte ich darauf jedoch keinen Bock. Auf der gesamten Reise hatten wir bisher nie Kontakt mit der Polizei gehabt und ich wollte mir durch solche Idioten nicht den Urlaub kaputt machen lassen.
 
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Wir recherchierten im Internet, lasen viele traurige Erfahrungsberichte und informierten uns in zahlreichen Video Blogs auf Youtube. Schliesslich kristallisierte sich heraus, dass die direkte Strecke von Da Lat nach Phan Tiet wohl sicher sei.
 
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Wir kamen wohl behalten in Phan Tiet an wenn man mal davon absieht, dass wir an diesem Tag gleich zwei mal einen platten Reifen hatten.
 
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Der Flicken eines freundlichen Mechanikers in den Bergen hatte leider nicht lange gehalten. Nun gönnte ich uns einen neuen Schlauch für 45.000 und bezahlte einem wartenden Tagelöhner 10.000 für die Montage. Wie nicht anders erwartet zog er die hintere Trommelbremse viel zu fest an, so dass sie blockierte, als Franzi mit auf stieg. Alles besser als ausgeraubt zu werden.
 
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Wir gingen lecker essen, fanden einen Friedhof zum zelten und parkten unser voll beladenes Motorrad am nächsten Morgen in der bewachten Tiefgarage einer Firma. Nur einen Beutel mit Wertsachen und Trinkwasser nahmen wir mit.
 
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Dann fuhren wir mit dem blauen Bus der Linie 1 für 18.000 pro Fahrt 20 km nach Mui Ne. Unterwegs kamen wir an unglaublich schicken Hotels und Resorts vorbei. Da müssen wir auf dem Rückweg unbedingt aussteigen.
 
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In der winzigen Stadt Mui Ne stiegen wir in den roten Bus der Linie 9. Dieser wollte nochmal 18.000 und liess uns nach 1 km an den roten Sanddühnen raus. Wir waren da, ganz ohne ausgeraubt worden zu sein. Ob wir ein Sand Board mieten wollen, um die Dünen runter zu rutschen? Nein Danke.
 
Motorradreise durch Vietnam
Es war faszinierend, barfuss durch den Sand zu laufen, der sich gegen Mittag immer weiter erhitzte. Schliesslich wurde es zu heiss. Den einen Kilometer nach Mui Ne liefen wir zurück.
 
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In Mui Ne entdeckten wir eine grosse, überdachte Markthalle. Innen war es angenem kühl. Hier konnte man alles kaufen, von ungekühltem Fisch über Fleisch und Obst bis zu Plastikartikeln und Klamotten.
 
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Franzi war in ihrem Element und kaufte alle möglichen Früchte, um sie mal zu probieren. Wir sahen, dass es die Drachenfrüchte sogar in zwei verschiedenen Farben gab. Ich probierte angebrütete Eier. Sehr lecker :-)
 
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Auf dem Rückweg baten wir den Ticketverkäufer im Bus an zu halten, wo die schicken Hotels waren und stiegen aus.
 
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Da wir zu beginn der low Season unterwegs waren, war alles sehr ruhig. Den Touristen wurde es einfach zu heiss. Über Neujahr und Weihnachten soll es hier die Hölle sein.
 
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Franzi hatte Bock auf einen Eiskaffee und so setzten wir uns in das Restaurant einer Kite Surf Schule. Als Kunden nutzten wir wie selbstverständlich auch den Pool. Niemand störte sich daran und so kamen wir am nächsten Tag mit der Luzi wieder.
 
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Auf dem warmen und recht welligen Wasser waren hunderte Surfer mit ihren Kites unterwegs. Das würde ich mit etwas Zeit auch gerne mal probieren. Zwei Schnupperstunden gibt es hier für 100 Dollar. Dafür berührt man aber nicht mal das Wasser, sondern übt nur den Drachen zu lenken.
 
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Im Restaurant kamen wir mit einem Mann aus Holland ins Gespräch. Sein Sohn arbeitet arbeitet hier jedes Jahr als Kite Lehrer. Er war von Vietnam genau so begeistert wie wir und schien sich auch gut aus zu kennen.
 
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Ob er jemand wisse, der vielleicht unser Motorrad kaufen wolle? Wir hatten die Luzi bereits testweise einigen Händlern angeboten aber uns waren bisher immer nur ein bis 1,5 oder 1,8 millionen Dong also maximal 60 Dollar geboten worden.
 
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Er besichtigte das Motorrad und schickte ein paar Fotos an Bekannte. Da diese nicht zeitnah antworteten bot er 100€. Falls seine Bekannten das Motorrad nicht wollten, würde er es behalten.
 
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Uff das ging jetzt aber schnell. Wir hatten noch 5 Tage vor uns und Franzi wollte gerne noch hinunter ins Mekong Delta fahren, wo die Menschen auf schwimmenden Häusern leben und Fischzucht in Aquakulturen betrieben.
 
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Schnell erkundigte ich mich was es hier kosten würde, einen Roller zu mieten. 100.000 pro Tag. Da Hans das Motorrad jedoch nicht sofort brauchte, vermietete er uns die Luzi für 6 Tage für 300.000 Dong. Perfekt. Da wir kein Motorrad mehr haben werden, buchten wir schonmal für jeweils 130.000 Dong zwei Bustickets im gemütlichen Sleepliner nach Ho Chi Min City.
 
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Dann gings zurück nach Phan Tiet wo Essen wie zum Beispiel angebrütete Eier deutlich günstiger und traditioneller war als in Mui Ne und die Übernachtung auf dem Friedhof gratis. Eine Nacht in der schicken Kite Schule hätte 500.000 gekostet.
 
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Dass das Motorrad bereits verkauft war, erleichterte mich sehr. Gerade nach der Saison ist es nicht leicht andere Touristen zu finden, die ein Motorrad kaufen möchten.
 
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Die gewerblichen Motorradhändler nutzen den Druck des ablaufenden Visums und bereits gebuchten Rückfluges der Touristen natürlich voll aus, um den Preis zu drücken.
 
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Viele Touristen konnten Motorräder, für die sie am Anfang ihrer Reise bei einem Händler 300 Dollar bezahlt hatten, am Ende ihrer Reise für nur 30 Euro weiter verkaufen darum ist es wichtig, von Anfang an so wenig wie möglich für ein Motorrad zu bezahlen.
 
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Das mieten eines Motorrades hier ist das schlimmste. Hier trägt man zu den relativ hohen Kosten auch noch das Risiko von mindestens 400 Euro Kaution oder muss seinen Reisepass als Pfand da lassen. Ob dieser dann je wieder auftaucht?
 
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Da die 200km lange Fahrt auf der Hauptstrasse nach Ho Chi Minh City die Hölle war, bogen wir nach 100 km links ab, um das Mekong Delta von dieser Seite aus zu erkunden.
 
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Leider wird auch hier die Natur zunehmend zerstört. Die Regierung stampft einen riesigen Schiffshaafen aus den Mangrovenwäldern.
 
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Zurück entlang der Küstenstrasse genossen wir unseren Urlaub mit leckeren Langusten, viel Eiskaffee und Siesta in der Hängematte und verbrachten noch ein paar Tage in Mui Ne und Nächte auf unserem Friedhof.
 
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Dann schraubten wir das Navi ab und verabschiedeten uns von unserer Luzi, mit der wir wirklich eine tolle Zeit hatten. Mit einem neuen Reifen für 150.000 und einer neuen Dichtung für kleines Geld ist sie sicher bald wieder fitt. Der Bus sammelte uns wie vereinbart pünktlich vorm Hotel ein und brachte uns nach Saigon.
 
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Selbst der grosse und bequeme Reisebus mit sehr bequemen, übereinander angebrachten Liegen brauchte für die 200 km mehr als 5 Stunden. In Europa hat man die Uhr, in Vietnam die Zeit. Schade, dass man solche bequehmen Liegen im ängstlichen Europa wohl nie einführen wird.
 
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In Saigon liess der Bus irgendwo am Strassenrand alle Passagiere raus. Kein Bushäuschen nix offizielles. Tausende Motorräder schwirrten um uns herum.
 
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Erfreulicher weise war es bis zu unserem auf Booking gebuchten Einzelzimmer nicht mal 1 km. Wir waren also genau im Stadtzentrum und nicht wie in Deutschland üblich 30 km ausserhalb irgendwo in der Pampa ausgeladen worden. Perfekt.
 
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Die bekannte Touristenmeile Bui Vien lag direkt vor uns. Nach etwas suchen fanden wir die Wohnug der Frau, die Touristen ein Zimmer für 200.000 als Homestay an bot. Wir schlossen unsere Habe ein und gingen wieder hinaus. Es war der reinste Wahnsinn was hier los war.
 
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Restaurants, Bars und Discos reihten sich an einander. Überall glitzerte und blinkte es fast wie in New York.
 
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Das Essen war unglaublich teuer. 120.000 für Reis mit Hühnchen statt der normalen 20.000. Eine Falle für Touristen, die gerade erst angekommen sind und die normalen Preise noch nicht kannten. Hier kann es auch passieren, dass einem das eigene Handy von vorbei fahrenden Motorradfahrern flink aus der Hand geklaut oder das Objektiv einer Kamera im Gedränge abgeschraubt wird. Einem Freund wurden in einer Motorradwerkstatt Teile vom Motorrad abgeschraubt und gegen defekte ersetzt also aufpassen!
 
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Als wir glaubten doch einen ehrlichen Händler gefunden zu haben, war die Portion die wir erhielten lächerlich winzig.
 
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In den Nebenstrasse war jedoch fast genau so viel los aber die Preise normalisierten sich langsam. Man musste nur unbedingt zuerst danach fragen.
 
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Ein Brötchen mit Omlet aus 2 Eiern kostet im nach dem Vietnamkrieg eher westlichen Süden 15.000. Im kommunistischen Norden waren dagegen die Süppchen überall verbreitet. Wir kauften zwei Brötchen. Da wir immer noch Hunger hatten, gingen wir nochmal zurück und bestellten noch einmal zwei Stück.
 
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Die alte Dame hatten wir irgendwie ins Herz geschlossen. Jeder ausser sie schien einen hier verarschen zu wollen. Als wir ihr 30.000 gaben, wollte sie 60. Hallo? Nicht mit mir. Vor 5 Minuten hatten wir für 30.000 noch 2 Brötchen bekommen. Sie raffte wohl nicht, dass wir die Gleichen waren, die vorhin schon nach dem Preis gefragt hatten. Mit Ausländern kann mans ja machen.
 
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Günstige Getränke gab es in den stark klimatisierten kleinen Supermärkten überall. Auch unser Zimmer verfügte über eine Klimaanlage die wir nutzten, um die Temperatur auf angenehme 27 Grad herunter zu kühlen.
 
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Weiter wollten wir nicht gehen aus Angst uns zu erkälten. Als angenehmer Nebeneffekt konnte die Klimaanlage auch die Luft und damit unsere verschwitzten Schlafsäcke und das von der kondensierenden Luftfeuchtigkeit in der Nacht stehts klatsch nasse Zelt trocknen. Wir brauchten es jetzt nicht mehr und es sollte auch nichts anfangen zu schimmeln.
 
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Dann ging es mit dem Bus Linie 152 zum Flughafen und mit Vietjet Air für ca 57 Dollar zurück nach Hanoi. Das Drama begann bereits bei der Buchung. Wie üblich, gab ich meinen Vor und Nachname in die beiden dafür vorgesehenen Felder auf der Webseite ein und buchte 20 kg Gepäck für 7 Euro zusätzlich.
 
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In das erste Feld hätten jedoch mein Vorname + mein Mittelname gehört. Warum blenden die dafür kein drittes Eingabefeld ein? Ein Fehler hier wird von Vietjet Air anscheinend immer wieder als Vorwand genutzt, Kunden am Flughafen nochmal ab zu kassieren oder die erworbene Leistung gar nicht zu erbringen.
 
Motorradreise durch Vietnam
Der reguläre Kundenservice unter 19001886@vietjetair.com ist unglaublich schlecht und antwortete nach einer Woche mit einem Textbaustein der besagte, dass eine Namensänderung nur kostenpflichtig möglich sei. Nur die Änderung der Reihenfolge der Namen sei kostenlos möglich.
 
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Hier der Bericht anderer Kunden, die wegen einer Namensänderung über Monate lang Probleme mit dem "Kundenservice" dieser Airline hatten https://www.vivien-und-erhard.de/forum/index.php?thread/9863-vietjet-air-namens%C3%A4nderung-fast-unm%C3%B6glich/
 
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Meine Theorie besagt jedoch, dass es in jeder Firma zumindest eine freundliche Person gibt. Man muss sie nur finden und falls nicht, dann muss man den unfreundlichen Mitarbeitern auf die Nerven gehen.
 
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Darum schrieb ich ein Programm, dass meine Bitte um kundenfreundliches hinzu fügen von 7 Buchstaben automatisiert in immer kürzer werdenden Abständen wiederholt an alle 17 Emailadressen schickt, die Google ausgespuckt hat siehe Quelltext. Darunter auch Führungskräfte der frei zugänglichen die an einer Konferenz teilgenommen hatten. MRO East Asia Networking List .
 
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Innerhalb von 2 Stunden war die Sache plötzlich kostenfrei erledigt und ich erhielt vom Thailändischen Support, der zuvor ebenfalls 792THB gefordert hatte, eine positive Rückmeldung : Warum nicht gleich so?
 
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Der für 17 Uhr gebuchte Flug startete um 20, so dass wir erst spät in der Nacht in unserem ersten Hotel in Hanoi an kamen. Wir liessen fast all unsere Sachen bis auf feste Schuhe hier. Schon um 7 Uhr am nächsten morgen wurden wir zu Fuss direkt an der Türe unseres Hotels in der schmalen Gasse abgeholt.
 
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Mit dem Touristen Schnellbus ging es über die mautpflichtige und für Motorräder gesperrte Autobahn, dann mit einer Fähre und dann wieder mit einem Bus für 12 Dollar pro Person innerhalb von 5 Stunden auf die Insel nach Cat Ba. Die Bootstour wollten wir dort selber buchen. Eine komplette Tour hätte in den diversen Tourbüros in Hanoi 80 Dollar pro Person gekostet!
 
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Auf Cat Ba hatten wir ein privates Hotelzimmer mit 2 Doppelbetten nur für uns für lächerliche 100.000 Dong inklusive Frühstück gebucht. Auf dem Foto war Meerblick zu sehen und auch wenn uns der Mann an der Rezeption sagte, Meerblick sei für diesen Preis nicht möglich, erhielten wir trotzdem ein Zimmer mit Meerblick. Der vordere Block des Hotels ging einfach nicht hoch genug.
 
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Augenscheinlich handelte es sich bei diesem niedrigen Preis um ein Lockvogelangebot, um das Hotel in der Nebensaison überhaupt voll zu bekommen und um den Gästen dann auf Provisionsbasis eine Bootstour oder ein Busticket zurück nach Hanoi verkaufen zu können.
 
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Wir hatten unser Rückfahrticket sicherheitshalber jedoch bereits in der Tasche und das war auch gut so, denn der Bus war bis auf den letzten Platz gefüllt.
 
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Wegen einer Bootstour machten wir uns auf den Weg und flanierten die Strandpromenade entlang. Überall wurden ganztägige Bootstouren inklusive Mittagessen für rund 400.000 pro Person rund 17 US Dollar angeboten.
 
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Wir hatten dafür jedoch keine Zeit. Für den gleichen Preis könne man sich auch in einem kleinen Taxiboot zu den schwimmenden Häusern, Lan Ha Bay und nach Monkey Island fahren lassen. Allerdings ohne Mittagessen. Da es ziemlich neblig war und man die typischen Felsen die überall aus dem Meer ragen kaum sehen konnte, buchten wir noch nicht sondern wanderten hinauf nach Canon Fort, da man von hier aus einen schönen Blick über die Bucht haben sollte.
 
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Als wir oben an kamen, wollte man jedoch 40.000 Eintritt pro Person. Cheap Cheap. Die komischen Wärter lachten. Nee dafür geh ich lieber lecker essen.
 
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Auf dem Weg hatten wir im Zentrum der Stadt bereits einen Hügel gesehen, auf dessen Spitze ein kleiner Tempel stand. Dort wollte ich hinauf.
 
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Wir fanden den Zugang und stiegen die hundert Stufen hinauf. Der Ausblick entschädigte für alle Mühen. Viel besser als die Bilder der Kanonen Burg, die ich zuvor im Netz gesehen hatte. Und gratis.
 
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Früh am nächsten Vormittag quatschten uns einige angebliche Fischer an, ob wir mit ihnen oder ihrem Cousin eine Bootstour machen wollten. Wir verhandelten hart und willigten ein. 20 Dollar für uns beide. Dann zückte der Mann sein Handy und tätigte einige Telefonate. Schliesslich ging er ohne Erklärung weg. War also doch nur ein Provisionsjäger.
 
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Wir versuchten unser Glück bei einem anderen Taxibootfahrer und wussten jetzt ja, dass für 20 Dollar selbst diese Leute keine Lust haben zu fahren.
 
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Diesmal einigten wir uns für 25 Dollar. Dann ging der Mann mit uns zum grossen Anlegesteg, wo eine offiziell aussehende Frau sass und uns Tickets verkaufen wollte.
 
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Anscheinend darf einen niemand ohne diese staatlichen Tickets durch die Gegend fahren. Ich legte weitere 5 Dollar drauf da wir nicht nochmal neu Geld abheben gehen wollten und beauftragte den Bootsmann, dafür die Tickets für uns zu bezahlen.
 
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Endlch gings los. Wie ich gestern abend richtig vermutet hatte gab es selbst in der Bucht vor Cat Ba Menschen, die in schwimmenden Häusern und auf ihren Booten lebten und schliefen. Das Wetter war deutlich besser und das Panorama der vielen aus dem Wasser ragenden Hügel für die Vietnam so bekannt ist faszinierten mich.
 
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Auch einen sogenannten James Bond Felsen gab es hier. Eine Bootstour zu dem originalen kostet in Thailand um die 80 Dollar.
 
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Am meisten faszinierten mich jedoch die kleinen schwimmenden Dörfer, die ich bereits in einer GEO 360° Reportage auf Youtube gesehen hatte siehe hier.
 
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Die Menschen leben hier vom Fischfang, fahren mit dem Boot zur Schule und kaufen bei einem kleinen Supermarktboot ein, dass regelmässig vorbei kommt.
 
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Am bekanntesten ist dagegen wohl die Insel Monkey Island, auf der wild lebende Affen den Touristen auf die Schulter springen, wenn diese sie mit Essen wie Chips an locken.
 
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Mich zog es jedoch zum fotografieren auf diese Insel, die über einen tollen Ausguck verfügt, den man mit festem Schuhwerk erwandern kann. Der Hinweis auf festes Schuhwerk war sehr gut. Die scharfkanntigen Felsen waren durch die millionen Touristen die hier bereits hinauf gewandert sind voller rutschigem Sand. Ausserdem war der Weg recht steil. Zu steil für Franzi. Sie wollte nicht mit bis ganz nach oben.
 
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Ich wollte gerade einen Vlog für Youtube machen, als ich Franzi schreien hörte. Als ich schnell wieder hinab klettern wollte, kamen mir einige Affen entgegen und fauchten mich an. Ich schrie zurück und versuchte einen zu schlagen, der jedoch zurück wich.
 
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Franzi jedoch hatte sich nicht gewehrt und so hatten die Affen sie gebissen. Zum Glück hatte sie ihre langärmliche Jacke an, so dass es zu keinen schlimmen Wunden kam. Andere Touristen die ebenfalls dort waren, hatten die Affen mit einem Stock vertrieben. Ein Stock ist auf Monkey Island also genau so wichtig wie festes Schuhwerk.
 
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Am nächsten Morgen wanderten wir noch einmal vorbei an leckeren Essensständen mit Bananenpfannkuchen auf den hohen Hügel mitten in der Stadt. Dann holte uns unser Bus vorm Hotel ab und brachte uns zurück nach Hanoi. Hier verprassten wir unser letztes Geld und liessen es uns mit einem leckeren Entensüppchen gut gehen. Dann holten wir unsere Sachen ab und warteten auf den Bus zum Flughafen.
An der Bushaltestelle quatschte uns ein Taxifahrer an und bot an, uns für 200 zu fahren. Ich zeigte das Busgeld, dass ich noch hatte. Darauf hin fuhr uns das Taxi für nur 70.000, während das Taximeter bis auf 300.000 kletterte. Der Flughafen war hell erleichtet aber komplett leer. Nur Touristen aus Europa warteten auf das Einchecken ihres Fluges mit China Air über Peking um 3 Uhr morgens. Es war kein Mittelname auf dem Flugticket nötig. Das hoffentlich Kaffepulver, Milchweisser und Zucker zwischen den Klamotten, die ich für einen Unbekannten mit nach Europa transportierte, entsorgte ich sicherheitshalber.
Dank meiner kleinen Alarmanlagen konnten wir auf dem Flughafen erstaunlich gut schlafen. Auf dem Rückflug hatten wir das Glück, das UNESCO Weltkulturerbe Chinesische Mauer aus der Luft zu sehen :-)

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